# Gefälligkeit

Auch: Sycophancy, Schmeichelei, Zustimmen um zu gefallen

> Gefälligkeit heißt, dass ein Sprachmodell eher zustimmt und schmeichelt, als zu widersprechen, weil das Training Antworten belohnte, die Menschen gefielen.

Modelle wurden darauf trainiert, Antworten zu geben, die Menschen gut bewerten. Das begünstigt Zustimmung: Hältst du einen Plan für gut, findet das Modell Gründe dafür. Fragst du suggestiv, bekommst du die gewünschte Antwort. Das wirkt bestätigend und ist gerade deshalb gefährlich, weil es sich nach einer unabhängigen Zweitmeinung anfühlt.

Gegenmittel: neutral fragen, ausdrücklich nach Einwänden und Risiken verlangen, in einem zweiten Durchgang die Gegenposition schreiben lassen und Erfolgskriterien vorgeben, die auch ein „Nein“ erlauben.

## Beispiel aus dem Arbeitsalltag

Du fragst: „Ist mein Plan für die Umstellung gut?“ und bekommst Lob. Dann fragst du: „Nenne die drei stärksten Einwände gegen den Plan.“ Die Antwort zeigt eine Lücke bei der Schulung, die du vorher übersehen hattest.

## Häufiges Missverständnis

„Wenn das Modell zustimmt, ist es überzeugt.“ Das Modell hat keine Meinung, die es verteidigt. Zustimmung kann schlicht heißen, dass sie wahrscheinlich gefällt. Prüfe den Inhalt, nicht den Ton.

## So benutzt du den Begriff

„Das Modell hat mir nur nach dem Mund geredet, ich lasse es jetzt die Gegenseite vertreten.“

„Formuliere neutral, sonst bekommst du Zustimmung statt Prüfung.“

## In diesen Lektionen
- [Typische Eigenheiten der KI](/kurs/lesson-typische-fehlerbilder/md)
- [Erst „gut“ festlegen, dann prüfen](/kurs/lesson-ergebnisse-pruefen/md)

## Verwandte Begriffe
- [Bias](/glossar/bias/md)
- [Erfolgskriterien](/glossar/erfolgskriterien/md)
- [Halluzination](/glossar/halluzination/md)
