# Temperatur

Auch: Temperature, Zufallsgrad

> Die Temperatur ist eine Einstellung, die bestimmt, wie stark ein Sprachmodell beim Schreiben vom wahrscheinlichsten nächsten Wort abweicht.

Ein Sprachmodell wählt bei jedem Schritt aus mehreren plausiblen Fortsetzungen. Bei niedriger Temperatur nimmt es fast immer die wahrscheinlichste, die Antworten werden gleichförmiger. Bei höherer Temperatur zieht es öfter auch weniger wahrscheinliche Fortsetzungen, die Antworten werden abwechslungsreicher und manchmal abwegiger.

In den meisten Chat-Werkzeugen kannst du die Temperatur nicht direkt einstellen. Wichtig ist das Prinzip dahinter: Zwei Durchläufe derselben Frage fallen verschieden aus, und das ist kein Fehler.

## Beispiel aus dem Arbeitsalltag

Für Betreffzeilen eines Newsletters willst du Vielfalt: Du lässt dir mehrere Durchläufe geben und wählst aus. Für die Zusammenfassung eines Protokolls willst du Verlässlichkeit: Da helfen klare Erfolgskriterien und ein festes Format mehr, als auf den Zufall zu hoffen.

## Häufiges Missverständnis

„Niedrige Temperatur macht die Antwort richtig.“ Sie macht sie nur gleichförmiger. Eine falsche Angabe kommt bei niedriger Temperatur zuverlässig immer wieder, statt zu verschwinden.

## So benutzt du den Begriff

„Die Antworten schwanken, weil das Modell mit einer gewissen Temperatur arbeitet. Für feste Ergebnisse brauchen wir ein festes Format.“

„Für die Ideensammlung darf die Temperatur ruhig höher sein.“

## In diesen Lektionen
- [Warum dieselbe Frage andere Antworten bringt](/kurs/lesson-gleiche-frage-andere-antwort/md)

## Verwandte Begriffe
- [Nichtdeterminismus](/glossar/nichtdeterminismus/md)
- [Sprachmodell](/glossar/sprachmodell/md)
