# Trainingswissen und Kontextwissen

Auch: Parametrisches Wissen, Kontextuelles Wissen, Parametric Knowledge

> Trainingswissen steckt fest im Modell und ist ungenau und veraltet; Kontextwissen ist das, was du im Gespräch mitgibst, und kann das Modell genau nachlesen.

Ein Modell hat zwei Wissensquellen. Das Trainingswissen ist beim Training in seine Zahlenwerte eingeflossen: breit, aber verschwommen, ohne Quelle und nur bis zum Wissensstand. Das Kontextwissen ist das, was gerade im Gespräch steht: Es kann das Modell wörtlich lesen und genau wiedergeben.

Deshalb ist es sicherer, das Modell mit mitgegebenem Material arbeiten zu lassen („Antworte nur anhand dieses Textes“), als es aus dem Gedächtnis antworten zu lassen. Aus dem Training stammen Halluzinationen, aus dem Kontext stammen belegbare Antworten.

## Beispiel aus dem Arbeitsalltag

Du fragst nach einer Frist im Mietrecht und bekommst eine plausible Zahl. Dann gibst du den Gesetzestext mit und fragst: „Welche Frist steht hier?“ Die Antwort verweist auf den Absatz und lässt sich nachprüfen.

## Häufiges Missverständnis

„Das Modell weiß das, es hat ja das ganze Internet gelesen.“ Gelesen heißt nicht gemerkt. Aus dem Training bleibt ein verschwommener Eindruck, kein Nachschlagewerk.

## So benutzt du den Begriff

„Antworte nur aus dem beigefügten Text, nicht aus deinem Trainingswissen.“

„Das kommt aus dem Training, ich prüfe es gegen die Quelle.“

## In diesen Lektionen
- [Warum KI Dinge erfindet](/kurs/lesson-staerken-grenzen-halluzinationen/md)
- [Tools und Wissen mitgeben](/kurs/lesson-bausteine-prompt-tool-retrieval/md)

## Verwandte Begriffe
- [Halluzination](/glossar/halluzination/md)
- [Kontext](/glossar/kontext/md)
- [Retrieval](/glossar/retrieval/md)
- [Training](/glossar/training/md)
- [Wissensstand](/glossar/wissensstand/md)
