Lege vor dem Lesen fest, woran du ein gutes Ergebnis erkennst
Wer ohne Maßstab liest, prüft nach Eindruck, und den bestehen erfundene Details mühelos. Nimm deine Erfolgskriterien aus dem Prompt als Prüfinstrument und lies das Ergebnis dann in drei Durchgängen mit je einer Frage im Kopf. Ein Kriterium taugt, wenn zwei Personen unabhängig zum selben Urteil kommen, ob es erfüllt ist.
Der Eigenheiten-Katalog: Sieben Muster erklären die meisten schwachen Ergebnisse
| Eigenheit | So sieht es aus | Was hilft |
|---|---|---|
| Übertriebene Sicherheit | Bestimmter Ton ohne Vorbehalt, auch bei dünner Grundlage | Kriterium „Unsicheres kennzeichnen“; Durchgang Fakten |
| Behauptung ohne Beleg | Aussage, die im mitgegebenen Material nicht steht | Material mitgeben; Kriterium „nur aus dem Material, mit Fundstelle“ |
| Zustimmen, um zu gefallen | Deine Annahme wird bestätigt, nicht geprüft | Prüfen lassen statt begründen lassen; Gegenargument verlangen |
| Glatte Leere | Viele Sätze, nichts aus deinem Material | Kontext prüfen, dann Ziel; Kriterium „jede Aussage nennt etwas aus dem Material“ |
| Erfundene Präzision | Zahlen, Daten, Namen, Zitate, Quellen ohne Beleg | Verbot in den Erfolgskriterien; „offen“ erlauben; Durchgang Fakten |
| Abdriften von Thema oder Format | Andere Frage beantwortet, andere Form geliefert | Ziel mit Zielgruppe; Format in einem Satz |
| Vergessen in der Mitte | Eine Angabe aus der Mitte fehlt im Ergebnis | Material kürzen; langes Material zuerst, Frage darunter; Durchgang Vollständigkeit |
Drei Prüfdurchgänge mit je einer Frage finden mehr als ein langes Lesen
| Durchgang | Die eine Frage | Findet vor allem |
|---|---|---|
| 1. Fakten | Steht jede Zahl, jeder Name, jedes Datum so im Material? | Erfundene Präzision, Behauptung ohne Beleg, übertriebene Sicherheit |
| 2. Vollständigkeit | Fehlt etwas, das laut meinen Erfolgskriterien vorkommen muss? | Vergessen in der Mitte, glatte Leere, Zustimmen |
| 3. Ton und Format | Passt es ohne Umbau in den Kanal, für den es gedacht ist? | Abdriften von Thema oder Format |
Fakten zuerst, weil ein vollständiges, schön formatiertes Ergebnis mit einer erfundenen Angabe nicht besser wird. Ton und Format zuletzt, weil sie sich am billigsten reparieren lassen. Aus jedem Befund machst du eine einzelne Bitte oder ein zusätzliches Kriterium, nicht einen neuen Prompt.
Erfolgskriterien: höchstens acht Stichpunkte, jede Aufgabe mit Person und Frist, nichts, was nicht im Protokoll steht.
Fakten: „Bis 12. Mai“ steht nicht im Protokoll, dort heißt es „bis zum nächsten Termin“. Erfunden. Vollständigkeit: Der Beschluss zum Messeauftritt fehlt. Ton und Format: Punkt 4 ist eine Information, keine Aufgabe, und gehört in eine Zeile „Zur Kenntnis“.
Drei Befunde, drei Sätze Nachschärfung, keine Neufassung.
Jede Behauptung hat eine von drei Herkünften
Prüfe nicht alles, sondern die tragenden Behauptungen: die, bei denen eine falsche Angabe jemanden zu einer anderen Entscheidung führen würde.
- Sie steht im Material, das du mitgegeben hast. Du prüfst nur, ob sie richtig übernommen wurde: belegt.
- Das Werkzeug hat sie selbst geholt, aus einer Websuche oder einer verbundenen Ablage. Du öffnest die Stelle dort und findest die Aussage: geprüft. Ein Link, auf dem sie nicht steht, ist kein Beleg.
- Sie stammt aus dem Trainingswissen des Modells. Sie bleibt offen, egal wie bestimmt sie klingt, bis du sie an einer Quelle findest (dann geprüft) oder eine Person sie bestätigt.
Das Modell ist keine Quelle, und „Woher hast du das?“ liefert wieder nur Text, der zur Frage passt. Was offen bleibt, schreibst du hin: „Termin offen, Rückfrage läuft“.
Drei Testfälle zeigen, ob ein Prompt wiederholbar trägt
Ein gelungener Durchlauf beweist bei Wiederholung nichts: Material und, wegen der Varianz, auch die Antwort wechseln. Lege drei feste Fälle an, ohne Personendaten, und ändere sie nicht mehr:
- Typisch: ein Material, wie es meistens aussieht.
- Randfall: sehr kurz, sehr lang oder in schlechter Form.
- Erwartetes Scheitern: Material, dem die Angabe fehlt, die dein Kriterium verlangt. Vorher notierst du, was gut wäre: „Frist: offen“ statt erfundener Termine.
Fertig ist der Prompt, wenn alle drei Fälle zweimal hintereinander die Erfolgskriterien erfüllen. Nach jeder Änderung am Prompt und nach einem Modellwechsel läuft alles erneut.
Die Checkliste zum Abhaken
- Erfolgskriterien stehen vor dem Lesen fest, jedes mit Ja oder Nein prüfbar
- Durchgang 1, Fakten: tragende Behauptungen markiert, im Material wiedergefunden oder gestrichen
- Durchgang 2, Vollständigkeit: nach dem Fehlenden gesucht, nicht nur nach dem Falschen
- Durchgang 3, Ton und Format: passt in den Kanal ohne Umbau
- Zu jeder tragenden Behauptung: belegt, geprüft oder offen, und Offenes steht als offen da
- Wiederkehrender Prompt: drei Testfälle, zweimal bestanden
Mehr dazu im Kurs: Modul 4 „Hinterfragen und reviewen“. Dieser Spickzettel ersetzt weder den Kurs noch die Vorgaben deines Arbeitgebers.
Stand: Oktober 2026.