Ein klarer Prompt beantwortet die vier W und beginnt mit dem Ziel
Vier Fragen, vier Teile. Wer sie beantwortet, schreibt einen Prompt, den ein Werkzeug und eine Kollegin gleich gut verstehen:
| Das W | Der Teil | Die Frage, die ihn füllt |
|---|---|---|
| Was | Ziel | Was soll entstehen, und wofür wird es gebraucht? |
| Woran | Erfolgskriterien | Woran erkenne ich ein gutes Ergebnis, sodass zwei Personen gleich urteilen? |
| Wie | Format | Wie soll es aussehen: Liste, Tabelle, drei Zeilen, Mail? |
| Womit | Kontext | Womit arbeitet die KI: welches Material braucht sie, das sie nicht kennen kann? |
Das Ziel steht vorn, weil aus ihm Erfolgskriterien und Format fast von selbst folgen. Der Kontext steht zuletzt, weil er meist der längste Teil ist und der Rest sonst darin untergeht. Das ist eine Konvention für kurzes Material. Bei langen Dokumenten rückt das Material nach oben; Ziel, Erfolgskriterien und Format folgen darunter in dieser Reihenfolge.
Ein Erfolgskriterium ist prüfbar, wenn zwei Personen gleich urteilen
Der Test: Zwei Personen prüfen unabhängig voneinander dasselbe Ergebnis und kommen zum selben Urteil. „Professionell“ fällt durch. „Nennt in den ersten zwei Sätzen den Anlass“ besteht. Vier Formulierungen, die fast immer passen:
- Umfang: „Höchstens sechs Stichpunkte“, „höchstens acht Wörter“.
- Pflichtangabe: „Jede Aufgabe mit verantwortlicher Person und Frist“.
- Verbot: „Nichts, was nicht im Ausgangsmaterial steht“, „keine Superlative“.
- Lückenregel: „Fehlt eine Angabe, schreibe ‚offen‘ statt zu ergänzen“.
Fang mit zwei an: einem Muss (etwa einer Pflichtangabe) und einem Darf-nicht (einem Verbot). Mehr lohnt sich erst, wenn dieselbe Aufgabe mehrfach durchläuft.
Grenzen und Beispiele schärfen die W, die du schon hast
Es gibt kein fünftes W. Grenzen und Beispiele sind zwei Wege, einen vorhandenen Teil enger zu fassen:
- Grenzen machen Erfolgskriterien und Format enger: „höchstens“, „nur“, „nichts, was“. Ein Darf-nicht ist die häufigste Grenze.
- Beispiele sind der günstigste Weg, ein Format zu zeigen. Eine fertige Zeile im gewünschten Ton ersetzt drei Sätze Beschreibung. Das Beispiel gehört zum Wie, nicht zum Womit.
Bei langem Material steht das Dokument zuerst, darunter deine Bitte
Wohin das Material gehört, hängt von seiner Länge ab:
- Kurzes Material (etwa ein eingefügter Absatz): Anweisung zuerst, Kontext darunter, wie in der Tabelle oben.
- Langes Dokument (grob ab einem langen Bericht oder einem Meeting-Transkript, Richtwert rund 30 Seiten Fließtext): Dokument zuerst, darunter Ziel, Erfolgskriterien und Format.
Dazwischen ist beides in Ordnung.
Der Grund: Anbieter wie Anthropic und Google empfehlen für lange Eingaben, die Anweisung ans Ende zu setzen. Anthropic nennt als Größenordnung etwa 20.000 Tokens, das sind rund 30 Seiten Fließtext. Die Regel gilt nur dort. Bei einem kurzen Absatz bringt das Umstellen nichts, und eine Regel außerhalb ihres Bereichs ist Aberglaube.
Ein Beispiel: aus einer Bitte werden die vier W
Vorher: „Fasse das Protokoll zusammen.“
Nachher:
Was: Aus dem Protokoll unten die offenen Aufgaben herausschreiben, damit ich sie morgen verteilen kann.
Woran: Jede Aufgabe mit Person und Frist; fehlt eine Angabe, schreibe „offen“. Nichts, was nicht im Protokoll steht.
Wie: Tabelle mit den Spalten Aufgabe, Verantwortlich, Frist.
Womit: [das Protokoll]
Wäre das Protokoll ein Transkript von rund 30 Seiten, stünde es am Anfang und die drei anderen Teile darunter.
Die Checkliste vor dem Absenden
- Steht im Ziel, wofür das Ergebnis gebraucht wird?
- Würden zwei Personen die Erfolgskriterien gleich prüfen?
- Gibt es ein Muss und ein Darf-nicht?
- Ist das Format eine Gestalt, nicht ein Adjektiv?
- Ist alles im Kontext, was die Antwort braucht, und nichts, was sie nicht braucht?
- Steht ein langes Dokument über der Anweisung, ein kurzes darunter?
Mehr dazu im Kurs: Modul 2 „Der Prompt“ führt die vier W Schritt für Schritt ein, Modul 1 erklärt, warum langes Material anders behandelt wird. Dieser Spickzettel ersetzt weder den Kurs noch die Vorgaben deines Arbeitgebers.
Stand: Oktober 2026.